Aktuelle Ausstellung: GRENZENlos

Kursbeschreibung: Metamorphose

Metamorphose (griech.-lat. = Umgestaltung, Verwandlung) bedeutet in der bildenden Kunst bildhaft-symbolische Verwandlung bzw. Umgestaltung.

Goethe sagt „Alles im Leben ist Metamorphosen.“ Die Formen der lebendigen Natur sind in Bewegung und Verwandlung. In dem Verwandeln, im Werden und Vergehen der äußeren Naturform sind Kräfte tätig, die durch ein willentliches und fühlendes Miterleben zum Bewusstsein gebracht werden können.
Je mehr wir durch ein bewegliches, dynamisches Empfinden mit der Formverwandlung Eins werden, um so mehr entwickelt sich ein Verstehen der inneren Gesetzmäßigkeit der Verwandlung.
Das Metamorphoseprinzip als qualitative Umwandlung wird in der Kunst nicht nur für Stil und Gestaltgebung gefordert, sondern geht, im Sinne Goethes, immer mit Erkenntnisfortschritten einher: den kontinuierlichen Prozesses von Metamorphosen zu begreifen und umzusetzen. Goethe führt mit Schiller ein Gespräch: “Urpflanze ist eine Idee. Das kann mir nur lieb sein, dass ich Ideen habe, ohne es zu wissen und sie sogar mit Augen sehe.“

Erster Arbeitsversuch: Einen Gegenstand in einen anderen transformieren. Wir verwandeln das Reale in eine surreale Szene, so wie z.B. Arcimboldo, Magritte, Dali.
Collagetechnik, Acrylmalerei oder Aquarell.

Zweiter Arbeitsversuch: Metamorphose der Linien und der Flächen, die aus Linien entstehen – die Linie ist es, die eine Zeichnung durch ihre Wandelbarkeit interessant macht: dick oder dünn, rau oder glatt, lang oder kurz, gerade oder gekrümmt, parallel oder taktisch zerlegt, wild oder beherrscht, so wie z.B. M.C. Escher.
Stift- oder Tuschezeichnung auf Papier.

Dritter Arbeitsversuch: Das eigentlich aleatorische (zufällige) Ausgangsmaterial wird gedeutet, auf gestalterische Eingriffsmöglichkeiten untersucht. Erste assoziative Deutungen werden mit malerischen und zeichnerischen Mitteln ausgeformt und hervorgehoben. Die zufälligen Effekte auf dem Papier oder der Leinwand stellen demnach den Ausgangspunkt, aber auch die Kernformen der später ausgeführten Zeichnungen und Malereien dar.
Dekonstruktion mit Drip painting (tropfend), Frottage (abreiben) oder Decalcomanie.